Aus einer gemeinsamen Singaktion mit Jugendlichen der benachbarten Lorenzgemeinde vor 2 Jahren entwickelte sich eine spannende neue Tradition.
Schon im letzten Jahr begrüßten wir Jugendliche der Gemeinde zu ihrem sozialen Aktionstag im Rahmen der Vorbereitung auf die Firmung in unserem Haus. Junge Menschen lernten den Lebensraum unserer Bewohner kennen und brachten sich mit ihren Ideen zum Angebot am Vormittag ein.

Auch dieses Jahr wurde von unserer Seite das Projekt bereits im März beim Vorbereitungstreffen der Firmlinge vorgestellt. Für viele Jugendliche ist es die erste Begegnung mit Menschen in einem Altersheim und all den damit verbundenen Veränderungen, die Menschen im Alter erleben. Umso wichtiger sind uns die Gespräche davor. Neben Erzählungen über den Alltag unserer Bewohner ist viel Raum für Fragen. Erste Ideen für die Gestaltung der gemeinsamen Begegnungszeit von Jung & Alt wurden ausgetauscht.
Gut vorbereitet, unterstützt mit Impulsfragen für den Anfang vom Dekanatsjugendseelsorger Christoph Hackel wurde das Eis bereits beim gemeinsamen Singen in der Kapelle gebrochen.
Zwei mutige Jugendliche begleiteten mit ihren Instrumenten und es entstand sehr schnell ein Miteinander beim Singen oder auch zuhören.
Ohne Scheu begleiteten die Jugendlichen die Bewohner in ihre Wohnbereiche und verbrachten die folgende Zeit beim gemeinsamen Spiel, beim Malen, beim Spaziergang im Garten oder wurden in die Zimmer eingeladen, wo Bewohner stolz zeigten, wie sie leben.
Es entstanden lebendige Gespräche, in denen die Jugendlichen viel aus dem früheren Leben der älteren Generation erfuhren. Für uns Betreuungskräfte war es berührend zu sehen, wie respektvoll und geduldig die jungen Menschen den Bewohnern begegneten und sich auf diese gemeinsame Zeit einließen. Leider war diese viel zu schnell mit der Mittagszeit zu Ende. Am Ende blieben viel Freude und Aufmerksamkeit vom Zusammensein zurück und es wurde noch lange über die schönen Momente und Begegnungen erzählt.
Erzählt und ausgetauscht wurde auch mit den Firmlingen in der abschließenden Reflexionsrunde. Was habt ihr erlebt? Wie ging es euch dabei? Habt ihr noch Fragen? Unser gemeinsames Anliegen ist es immer wieder, Jugendlichen den Erfahrungsraum mit der älteren Generation zu öffnen und natürlich auch unseren Bewohnern ein Stück der Welt "draußen" zu zeigen; im Miteinander neues entdecken und Hemmschwellen abzubauen. Dazu gehört auch das Schaffen eines Raumes für Austausch und das Teilen von Gefühlen für die Jugendlichen, was sich inzwischen in unserer gewachsenen Zusammenarbeit entwickelt und bewährt hat.
So wird diese gemeinsame Aktion auch im nächsten Jahr wieder stattfinden, worauf wir uns schon heute freuen und uns bei den Verantwortlichen der Lorenzgemeinde bedanken möchten.
Der Gedanke von "Kirche im Quartier" mit der Verbindung verschiedener Lebenswelten ist bei ins sehr real geworden.